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Interkulturelle Qualitätsentwicklung:

Das Kolping-Bildungswerk München und Oberbayern bildet mit seinen Tochtergesellschaften Jugendliche aus über 70 Nationen aus. Die Jugendlichen werden  vorwiegend an der Adolf-Kolping-Berufsschule München beschult.
Diese Vielfalt hat uns zur Interkulturellen Qualitätsentwicklung angeregt.
Nach drei Jahren intensiver Arbeit haben wir ein Zertifikat der Stadt München für die Qualität unserer Arbeit erhalten.
Wir freuen uns auf neue Mitarbeiter_innen mit anderem kulturellen und religiösen Hintergrund.

Interkulturelle Qualitätsentwicklung:

Vorgehensweise:

Im Jahr 2014 hat sich das Kolping Bildungswerk München und Oberbayern e.V.  (KBW) mit der Adolf-Kolping-Berufsschule (AKB) und seinen Tochtergesellschaften dazu entschlossen, der Interkulturalität, Migration und Antidiskriminierung in ihren Einrichtungen, in denen Jugendliche aus ca. 70 Nationen ausgebildet oder beschult werden, in besonderer Weise Rechnung zu tragen.
Das Kolping Bildungswerk München und Oberbayern e.V. hat mit der Adolf-Kolping-Berufsschule und seinen Tochtergesellschaften als größter Träger zusammen mit 11 weiteren Einrichtungen der Stadt München an dem Projekt „interkulturelle Qualitätsentwicklung“ von September 2014 bis Dezember 2017 teilgenommen.
Die Teilnehmer wurden während dieser Zeit von der Fachbereichsleitung IQE (Interkulturelle Qualitätsentwicklung) und deren Mitarbeiter_innen der AWO München intensiv unterstützt. Sie haben die Teilnehmer bei der Konkretisierung ihrer Ziele angeleitet und bei der Umsetzung der angestoßenen Prozesse begleitet. Interkulturelle Fortbildungen, an denen die Mitarbeiter teilgenommen haben, vermittelten das nötige Know-how.
Mit der Überreichung des Zertifikats im Januar 2018 wurde der dreijährige Entwicklungsprozess erfolgreich abgeschlossen.
An der Steuergruppe waren Mitarbeiter_innen des Kolping- Bildungswerkes, der Kolping Bildungsagentur gGmbH und der Adolf-Kolping-Berufsschule beteiligt. Die Teilnehmer_innen der Steuergruppen haben sich über den gesamten Zeitraum in regelmäßigen Workshops getroffen. Es wurde die Organisationsentwicklung im Gesamtverband überarbeitet und weiterentwickelt und die eigene interkulturelle Praxis intensiv reflektiert.

Ziele:

Es ergaben sich vier konkrete Ziele, die erarbeitet und erfolgreich abgeschlossen worden sind:

  1. Das Leitbild des Kolping Bildungswerkes München und Oberbayern e.V. ist hinsichtlich der Positionierung als katholischer Träger in einer vielfältigen Gesellschaft überprüft und überarbeitet worden.
  2. Es werden mindestens zwei Maßnahmen mit dem Ziel der interkulturellen Kompetenzerweiterung der Mitarbeiter angestoßen.
  3. Alle interkulturellen Netzwerkpartner in München sind bekannt und nach Angebotsschwerpunkten in einer Datenbank sortiert.
  4. Es wird einen Methodenkoffer zur Förderung eines toleranten und respektvollen Miteinanders in den verschiedenen Kolpinginstitutionen, der mindestens drei Umsetzungspläne enthält, erstellt.

Ergebnisse:

  1. Die Einstellungspraxis des katholischen Trägers wurde verändert:
    Es wurde ein verlässlicher Orientierungsrahmen zur Einstellung von Mitarbeiter_innen aus anderen Kulturkreisen und Religionen erarbeitet, sodass der Auftrag als kirchlicher Träger weiter verfolgt und gleichzeitig eine offene Haltung gegenüber Mitarbeitenden aus anderen Kulturkreisen und Religionen gelebt werden kann.
    Mitarbeitende mit anderem religiösen/ kulturellen Hintergrund sind explizit erwünscht, dies gilt auch für pädagogisches Personal. Sie können Verantwortung und Leitungspositionen übernehmen. Einschränkungen gibt es nur für die Geschäftsführungen der Gesellschaften, die Schulleitung und den Vorstand.
  2. Das Leitbild des KBW und der Schule wurden entsprechend kommentiert und angepasst.
  3. Es wurde eine zweitägige Fortbildung zur interkulturellen Kompetenzerweiterung für alle Mitarbeitenden als neuer Kolpingstandard etabliert.
    Zusätzlich zu den internen, verpflichtenden Fortbildungen für die Mitarbeiter, gibt es in 2018 einen Fortbildungstermin im allgemeinen Fortbildungsprogramm der Kolping-Akademie Augsburg, in der alle Kolping-Unternehmen Bayerns zusammenarbeiten.
  4. Es wurde eine Excel Tabelle mit über 300 Datensätzen erstellt und nach verschiedenen Kategorien (Angebotsschwerpunkten) unterteilt. Derzeit (in 2018) wird versucht eine Datenbank zu erstellen.
  5. Der Methodenkoffer befindet sich in der Erprobungsphase und enthält neben einem Handbuch, Informationen zu Religionen der Welt, Gestaltungsmöglichkeiten, Hinweise zu außerschulischen Lernorten/ Referenten, Materialien zur Integration, Trainingseinheiten und Projekte.
    Der Prozess und die Ergebnisse wurden in einem abschließenden Projektbericht dargestellt. Im Januar 2018 wurde den Mitarbeiter_innen und der Einrichtung das Zertifikat zur „ Interkulturellen Qualitätsentwicklung“ in einem feierlichen Festakt von Stadtdirektor Sebastian Groth überreicht.